EIN BISSCHEN GESCHICHTE...

  Luis Gil : Gemeindevorsteher von Porto Covo
PORTO COVO:
PORTO = Hafen 
COVO = schmales Tongefäss, seit Urzeiten für das Fischen eingesetzt
   

< covos

VOM FISCHERDORF
ZU TOURISTENATTRAKTION

Inspirationsquelle für Dichter und Sänger, Porto Covo bezauberte seine Besucher immer beim ersten Anblick. In der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bestand die Ortschaft Porto Covo, oberhalb einer natürlichen Bucht auf einer Felsenklippe gebaut, lediglich aus vier Häusern ( Bestand1780 )

Ganz in der Nähe, die ausgedehnten Wehranlangen und Burgen der Insel do Pessegueiro, sowie an der Küste gegenüber, zeugen vom nie zu Ende geführten, gewaltigen Bauprojekt eines Seehafens, von Philippe II von Spanien und Philippe I von Portugal konspiziert.

Im achtzehnten Jahrhundert dienten die Bucht von Porto Covo, sowie den Ankerplatz der "Insel do Pessegueiro", als bescheidene Fischer - und Handelshäfen. So ging die Ortsgeschichte leise fort bis zu der Zeit, in der Wohlhabende lissabonner Bürger aus der Zeit des regierenden Marquès de Pombal den Zauber des Ortes entdeckten. Gelockt von den Möglichkeiten des damals sehr regen Geschäftslebens der Hauptstadt, Jacinto Fernandes Bandeira, Sprössling einer eher armen Familie aus "Viena do Castelo", zog jung nach Lissabon. Er hatte dort Erfolg, machte Karriere, wurde schließlich reich und erreichte unter der Regierung Marquès de Pombal Macht. Während seines Aufstieges wurden ihm unzählige Titeln verliehen, unter denen den Ritterorden des Königlichen Hauses in 1794 dafür (so das offizielle Dekret), dass er auf der Gemarkung von Porto Covo die Bebauung eines neuen Dorfes verantwortlich in die Wege leitete. Dieses Projekt "sei von größter Wichtigkeit für den Aufbau des Handels - und des Transportnetzes in der Grafschaft "Alentejo. Er verpflichtete sich nach damals neuen Regeln der Städtebauplanung einen Bebauungsplan zu erstellen und vor Ort zu realisieren" ( siehe bild unten). Von da an beginnt für Porto Covo ein neues Lebenscyclus, eng verbunden mit dem Aufstieg Jacinto Fernandes Bandeira der, am 13 Juni 1796, den Titel "Herr von Porto Covo " erhielt. Dies als "Dank für seine engagierte Beteiligung an den Aufbau von Porto Covo, sowie seinen Einsatz zur Förderung von Landwirtschaft und Fischerei".

Im Jahre wird 1802 Jacinto Fernandes Alcaide-mor (Hauptgouverneur) von Villa Nova de Mil Fontes und, kurze Zeit später, zum Berater des königlichen Schatzamtes ernannt. Am 15 August 1805 wird ihm schließlich den Titel "Baron von Porto Covo" verliehen.

Die Dorfkonstruktion inspirierte sich vom geometrisch angelegen Bebauungsplan der "Niederstadt", ein Stadtteil Lissabon, erbaut in der Regierungszeit von Marquès de Pombal. Aus dem Werk "Porto Covo - "eine Urbanisation des Lichtes" vom Historiker António Quaresma, zitieren wir: "Der Grundriss ähnelt, mit seinen zwei großzügigen Plätzen, Der Platz von Poleirinho, in der Nähe des Hafens und der Marktplatz, einem "H" : in der Mitte zwischen Ihnen die öffentlichen Gebäude, das Krankenhaus für Körperbehinderte, das Weisenhaus und die Kirche. Alles in der neuen Gemeinde wurde nach rationellen Gesichtspunkten geplant : Wohngebäude, Warenspeicher, Kohlenbunker, Gasthaus, Rathaus, Hafeneinrichtungen, Gefängnis... Ferner wurde zur Unfallverhütung ein Geländer am Felsenrand angebracht sowie zum allgemeinen Schutz eine Wehrmauer errichtet ".

Jacinto Fernandes Bandeira weihte sich für den Rest seines Lebens dem Aufbau Porto Covo. Er starb am 30. Mai 1806. Junggeselle geblieben, hinterließ er seine erblichen Titeln seinem Neffe Jacinto Fernandes da Costa Bandeira, der folglich zweiter Baron von Porto Covo wird. Wiederum wird Jacinto da Costa Bandeira wegen seines wertwollen Beitrags zur Politik des Königreiches das Amt des Finanzministers und den Posten des Presidents der Lissabonner Bank anvertraut. Jacinto da Costa Bandeira bekommt 1825 den Adelstitel Viconte von Porto Covo, schließlich wird er im Jahre 1843 Graf. Unter der Regentschaft des zweiten Baron von Porto Covo bleibt die Entwicklung des Dorfes ohne Bedeutung. Ein Jahrhundert später zählt Porto Covo gerade zwanzig bewohnte Häuser. Auch das ersehnte Vorhaben, sich zum Hafen des Alentejo zu entwickeln, schaffte es nicht. Porto Covo spielte weiterhin eine Nebenrole als Handelshafen, die Fischerei bleibt damals der Haupterwerb der Bewohner.

Erst nach der Fertigstellung des weiten Industriekomplexes der Nachbarstadt Sines registrierte Porto Covo einen bedeutenden Fortschritt. Die Bewohnerschaft stieg von 55 Heinem und 246 Einwohner im Jahre 1940 auf 144 Heinen und 539 Einwohner1980.,

Porto Covo wurde 1984 in die Stadt Sines eingemeindet und entwickelte sich dann vom Fischerdorf zum Touristischen Badeort. Die Schönheit der umliegenden Landschaft, die malerische Küste mit ihrer weissen Sandstrände, und , last but not least, die Gastfreundschaft der Portugiese, das alles macht eine Reise wert und verbürgt für einen erholsamen Aufenthalt. Die oben erwähnte "Insel von Pessegueiro" bietet zusätzlich gute Bedingungen für das Surfen, die Sportfischerei und das Bootfahren.

Noticias de Sines, 3.6.2000

Nachdruck des originalen Bebauungsplans 
von Porto Covo, vom Architekten 
Henrique Guilherme d'Oliveira, 
(wahrscheinlich 1789 -1794 ), betitelt:

"Planta / Da Nova Povação, do Porto Covo"
(Plan vom neuen Dorf Porto Covo)

( Lisboa, Arquivo Nacional da Torre do Tombo )

   

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